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German

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird”, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.


Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:


Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona?

Oder sogar besser?

Worüber werden wir uns rückblickend wundern?


Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre führten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.


Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an.


Jetzt im Herbst 2020 herrscht bei Fussballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen-Wut-Pöbeleien gab. Wir wundern uns, warum das so ist.


Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business-Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für Viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist.


Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die »messages« selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.


Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war). Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult.


Reality Shows wirkten plötzlich grottenpeinlich. Der ganze Trivia-Trash, der unendliche Seelenmüll, der durch alle Kanäle strömte. Nein, er verschwand nicht völlig. Aber er verlor rasend an Wert.

Kann sich jemand noch an den Political-Correctness-Streit erinnern? Die unendlich vielen Kulturkriege um … ja um was ging da eigentlich?


Krisen wirken vor allem dadurch, dass sie alte Phänomene auflösen, über-flüssig machen…

Zynismus, diese lässige Art, sich die Welt durch Abwertung vom Leibe zu halten, war plötzlich reichlich out.

Die Übertreibungs-Angst-Hysterie in den Medien hielt sich, nach einem kurzen ersten Ausbruch, in Grenzen.


Nebenbei erreichte auch die unendliche Flut grausamster Krimi-Serien ihren Tipping Point.


Wir werden uns wundern, dass schließlich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesraten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen – ähnlich wie die Grippe und die vielen anderen Krankheiten. Medizinischer Fortschritt half. Aber wir haben auch erfahren: Nicht so sehr die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag. Die human-soziale Intelligenz hat geholfen. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich alles lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.


Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor der Krise schien Technologie das Allheilmittel, Träger aller Utopien. Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute noch an die große digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?


Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.


Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass so etwas wie »Zusammenbruch« tatsächlich passierte, der vorher bei jeder noch so kleinen Steuererhöhung und jedem staatlichen Eingriff beschworen wurde. Obwohl es einen »schwarzen April« gab, einen tiefen Konjunktureinbruch und einen Börseneinbruch von 50 Prozent, obwohl viele Unternehmen pleitegingen, schrumpften oder in etwas völlig anderes mutierten, kam es nie zum Nullpunkt. Als wäre Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träumen kann.


Heute im Herbst, gibt es wieder eine Weltwirtschaft. Aber die Globale Just-in-Time-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt. Sie wird gerade demontiert und neu konfiguriert. Überall in den Produktionen und Service-Einrichtungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven. Ortsnahe Produktionen boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Das Global-System driftet in Richtung GloKALisierung: Lokalisierung des Globalen.


Wir werden uns wundern, dass sogar die Vermögensverluste durch den Börseneinbruch nicht so schmerzen, wie es sich am Anfang anfühlte. In der neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.


Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?


RE-Gnose: Gegenwartsbewältigung durch Zukunfts-Sprung

Warum wirkt diese Art der »Von-Vorne-Szenarios« so irritierend anders als eine klassische Prognose? Das hängt mit den spezifischen Eigenschaften unseres Zukunfts-Sinns zusammen. Wenn wir »in die Zukunft« schauen, sehen wir ja meistens nur die Gefahren und Probleme »auf uns zukommen«, die sich zu unüberwindbaren Barrieren türmen. Wie eine Lokomotive aus dem Tunnel, die uns überfährt. Diese Angst-Barriere trennt uns von der Zukunft. Deshalb sind Horror-Zukünfte immer am Einfachsten darzustellen.


Re-Gnosen bilden hingegen eine Erkenntnis-Schleife, in der wir uns selbst, unseren inneren Wandel, in die Zukunftsrechnung einbeziehen. Wir setzen uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung, und dadurch entsteht eine Brücke zwischen Heute und Morgen. Es entsteht ein »Future Mind« – Zukunfts-Bewusstheit.


Wenn man das richtig macht, entsteht so etwas wie Zukunfts-Intelligenz. Wir sind in der Lage, nicht nur die äußeren »Events«, sondern auch die inneren Adaptionen, mit denen wir auf eine veränderte Welt reagieren, zu antizipieren.


Das fühlt sich schon ganz anders an als eine Prognose, die in ihrem apodiktischen Charakter immer etwas Totes, Steriles hat. Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.


Wir alle kennen das Gefühl der geglückten Angstüberwindung. Wenn wir für eine Behandlung zum Zahnarzt gehen, sind wir schon lange vorher besorgt. Wir verlieren auf dem Zahnarztstuhl die Kontrolle und das schmerzt, bevor es überhaupt wehtut. In der Antizipation dieses Gefühls steigern wir uns in Ängste hinein, die uns völlig überwältigen können. Wenn wir dann allerdings die Prozedur überstanden haben, kommt es zum Coping-Gefühl: Die Welt wirkt wieder jung und frisch und wir sind plötzlich voller Tatendrang.


Coping heißt: bewältigen. Neurobiologisch wird dabei das Angst-Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts-Droge. Während uns Adrenalin zu Flucht oder Kampf anleitet (was auf dem Zahnarztstuhl nicht so richtig produktiv ist, ebenso wenig wie beim Kampf gegen Corona), öffnet Dopamin unsere Hirnsynapsen: Wir sind gespannt auf das Kommende, neugierig, vorausschauend. Wenn wir einen gesunden Dopamin-Spiegel haben, schmieden wir Pläne, haben Visionen, die uns in die vorausschauende Handlung bringen.


Erstaunlicherweise machen viele in der Corona-Krise genau diese Erfahrung. Aus einem massiven Kontrollverlust wird plötzlich ein regelrechter Rausch des Positiven. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Die Welt »endet«, aber in der Erfahrung, dass wir immer noch da sind, entsteht eine Art Neu-Sein im Inneren.


Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang.


So erweist sich: Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.


Vielleicht werden wir uns sogar wundern, dass Trump im November abgewählt wird. Die AFD zeigt ernsthafte Zerfransens-Erscheinungen, weil eine bösartige, spaltende Politik nicht zu einer Corona-Welt passt. In der Corona-Krise wurde deutlich, dass diejenigen, die Menschen gegeneinander aufhetzen wollen, zu echten Zukunftsfragen nichts beizutragen haben. Wenn es ernst wird, wird das Destruktive deutlich, das im Populismus wohnt.


Politik in ihrem Ur-Sinne als Formung gesellschaftlicher Verantwortlichkeiten bekam dieser Krise eine neue Glaubwürdigkeit, eine neue Legitimität. Gerade weil sie »autoritär« handeln musste, schuf Politik Vertrauen ins Gesellschaftliche. Auch die Wissenschaft hat in der Bewährungskrise eine erstaunliche Renaissance erlebt. Virologen und Epidemiologen wurden zu Medienstars, aber auch »futuristische« Philosophen, Soziologen, Psychologen, Anthropologen, die vorher eher am Rande der polarisierten Debatten standen, bekamen wieder Stimme und Gewicht.


Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert. Auch Verschwörungstheorien wirkten plötzlich wie Ladenhüter, obwohl sie wie saures Bier angeboten wurden.


Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger

Tiefe Krisen weisen obendrein auf ein weiteres Grundprinzip des Wandels hin: Die Trend-Gegentrend-Synthese.


Die neue Welt nach Corona – oder besser mit Corona – entsteht aus der Disruption des Megatrends Konnektivität. Politisch-ökonomisch wird dieses Phänomen auch »Globalisierung« genannt. Die Unterbrechung der Konnektivität – durch Grenzschließungen, Separationen, Abschottungen, Quarantänen – führt aber nicht zu einem Abschaffen der Verbindungen. Sondern zu einer Neuorganisation der Konnektome, die unsere Welt zusammenhalten und in die Zukunft tragen. Es kommt zu einem Phasensprung der sozio-ökonomischen Systeme.


Die kommende Welt wird Distanz wieder schätzen – und gerade dadurch Verbundenheit qualitativer gestalten. Autonomie und Abhängigkeit, Öffnung und Schließung, werden neu ausbalanciert. Dadurch kann die Welt komplexer, zugleich aber auch stabiler werden. Diese Umformung ist weitgehend ein blinder evolutionärer Prozess – weil das eine scheitert, setzt sich das Neue, überlebensfähig, durch. Das macht einen zunächst schwindelig, aber dann erweist es seinen inneren Sinn: Zukunftsfähig ist das, was die Paradoxien auf einer neuen Ebene verbindet.


Dieser Prozess der Komplexierung – nicht zu verwechseln mit Komplizierung – kann aber auch von Menschen bewusst gestaltet werden. Diejenigen, die das können, die die Sprache der kommenden Komplexität sprechen, werden die Führer von Morgen sein. Die werdenden Hoffnungsträger. Die kommenden Gretas.


„Wir werden durch Corona unsere gesamte Einstellung gegenüber dem Leben anpassen – im Sinne unserer Existenz als Lebewesen inmitten anderer Lebensformen.”
 Slavo Zizek im Höhepunkt der Coronakrise Mitte März


Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO&sub2;-Ausstoss der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.


Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.


Aber sie kann sich neu erfinden.

System reset.
Cool down!
 Musik auf den Balkonen!

So geht Zukunft.



English

I am often asked these days when Corona will "be over" and everything will return to normal. My answer: Never. There are historical moments when the future changes direction. We call them bifurcations. Or deep crises. These times are now.


The world as we know it is dissolving. But behind it, a new world is coming together, the shape of which we can at least guess. To this end, I would like to offer you an exercise with which we have had good experience in vision processes in companies. We call it the RE-Gnose. In contrast to the PRO-Gnose, we do not look "into the future" with this technology. Instead, we look BACK from the future to the present. Sounds crazy? Let's give it a try:


The Re-Gnose: Our world in autumn 2020

Imagine a situation in autumn, say September 2020, we are sitting in a street cafe in a big city. It is warm, and people are moving on the street again. Are they moving differently? Is everything the same as before? Does the wine, the cocktail, the coffee taste the same again? Like before Corona?

Or even better?

What will we wonder about in retrospect?


We will be surprised that the social sacrifices we had to make rarely led to loneliness. On the contrary. After an initial state of shock, many of us were even relieved that all the running, talking, communicating on multichannels suddenly came to a halt. Renunciations do not necessarily mean loss, but can even open up new possibilities. This has been experienced by many people who tried interval fasting, for example - and suddenly enjoyed the food again. Paradoxically, the physical distance forced by the virus simultaneously created new proximity. We got to know people we would otherwise never have met. We contacted old friends more often again, strengthened ties that had become loose and slack. Families, neighbours, friends, moved closer and sometimes even resolved hidden conflicts.


Social politeness, which we had previously increasingly missed, increased.


Now, in autumn 2020, the atmosphere at football matches will be very different from the spring, when there was a lot of mass rage. We wonder why that is.


We'll be amazed at how quickly cultural techniques of the digital have suddenly become established in practice. Tele- and video-conferencing, which most colleagues had always resisted (the business plane was better), turned out to be quite practical and productive. Teachers learned a lot about internet teaching. The home office became a matter of course for many - including the improvising and time juggling that goes with it.


At the same time, seemingly outdated cultural techniques experienced a renaissance. Suddenly, you didn't just catch the answering machine when you called, but real people. The virus brought about a new culture of making long calls without a second screen. Even the "messages" themselves suddenly took on a new meaning. People were communicating for real again. You didn't let anyone fidget any more. You didn't string people along anymore. Thus a new culture of accessibility was created. of commitment.


People who were never at rest because of the hectic pace of life, including young people, suddenly went for long walks (a word that had been rather foreign to them before). Reading books suddenly became a cult.


Reality shows suddenly seemed embarrassing. The whole trivia-trash, the endless soul garbage that was pouring through all channels. No, it didn't disappear completely. But it lost value rapidly.

Does anyone remember the political correctness controversy? The endless culture wars over... yeah, what were they about?

The main effect of crises is that they dissolve old phenomena, make them superfluous...


Cynicism, that casual way of keeping the world at arm's length by devaluation, was suddenly abundantly out.

The exaggerated fear-hysteria in the media was, after a short initial outburst, contained.


Besides, the endless flood of cruel crime series reached its tipping point.


We will be surprised that in the summer, drugs were found that increased the survival rate. This reduced the death rate and Corona became a virus that we just have to deal with - similar to the flu and the many other diseases. Medical progress helped. But we have also learned: it wasn't so much the technology but the change in social behavior that was the key. The fact that people were able to remain in solidarity and constructive despite radical restrictions was the decisive factor. Human-social intelligence helped. In contrast, the much-vaunted artificial intelligence, which is known to be able to solve everything, only had a limited effect in the matter of corona.


This has shifted the relationship between technology and culture. Before the crisis, technology seemed to be the panacea, the carrier of all utopias. Today, no one - or only a few hard-boiled people - still believe in the great digital salvation. The great technology hype is over. We are once again directing our attention more to the humane questions: What is man? What are we for each other?


We marvel backwards at how much humour and humanity actually developed in the days of the virus.


We will be amazed how far the economy could shrink without something like "collapse" actually happening, which was previously conjured up with every tax increase, no matter how small, and every state intervention. Although there was a "black April", a deep economic slump and a 50 percent stock market slump, although many companies went bankrupt, shrank or mutated into something completely different, it never came to zero. It was as if the economy was a breathing being that could also doze or sleep and even dream.


Today in autumn, there is a global economy again. But the global just-in-time production, with huge branched value chains, where millions of individual parts are carted across the planet, has survived. It is being dismantled and reconfigured. All over the production and service facilities, intermediate storage facilities, depots, reserves are growing again. Local productions are booming, networks are being localized, and craftsmanship is experiencing a renaissance. The global system is drifting towards globalization: localization of the global.


We will be surprised that even the loss of wealth due to the stock market slump does not hurt as much as it felt in the beginning. In the new world, wealth suddenly no longer plays the decisive role. More important are good neighbours and a thriving vegetable garden.


Could it be that the virus has changed our lives in a direction that it wanted to change anyway?


RE-Gnose: coping with the present by leaping into the future

Why does this type of "from the front" scenario seem so irritatingly different from a classic forecast? It has to do with the specific characteristics of our sense of the future. When we look "into the future", we usually only see the dangers and problems "coming towards us", which pile up to form insurmountable barriers. Like a locomotive coming out of a tunnel and running over us. This barrier of fear separates us from the future. This is why horror futures are always the easiest to depict.


Re-Gnoses, on the other hand, form a knowledge loop in which we include ourselves, our inner change, in the calculation of the future. We connect inwardly with the future, and this creates a bridge between today and tomorrow. A "Future Mind" - awareness of the future - is created.


If you do this correctly, something like future intelligence is created. We are able to anticipate not only the external "events" but also the internal adaptations with which we react to a changed world.


This feels quite different from a prognosis, which in its apodictic character always has something dead, sterile. We leave the rigidity of fear and get back into the liveliness that belongs to every true future.


We all know the feeling of a successful overcoming of fear. When we go to the dentist for treatment, we are worried long before. We lose control in the dentist's chair and it hurts before it even hurts. In anticipation of this feeling, we escalate into fears that can completely overwhelm us. However, once we have survived the procedure, we get the coping feeling: the world seems young and fresh again and we are suddenly full of energy.


Coping means: to cope. Neurobiologically, the fear adrenalin is replaced by dopamine, a kind of endogenous future drug. While adrenaline leads us to escape or fight (which is not really productive in the dentist's chair, just as it is not productive in the fight against corona), dopamine opens our brain synapses: We are curious, curious, anticipating. When we have a healthy dopamine level, we make plans, have visions, which bring us into foresighted action.


Surprisingly, many people in the Corona crisis experience exactly this. A massive loss of control suddenly turns into a veritable rush of positivity. After a period of bewilderment and fear, an inner strength develops. The world "ends", but in the experience that we are still here, a kind of newness arises within.


In the middle of the shutdown of civilization we walk through forests or parks, or over almost empty places. But this is not an apocalypse, but a new beginning.


This is how it turns out: change begins as a changed pattern of expectations, of perceptions and world connections. Sometimes it is precisely the break with routines, with the familiar, that releases our sense of the future. The idea and certainty that everything could be completely different - even for the better.


Perhaps we will even be surprised that Trump will be voted out of office in November. The AFD is showing serious signs of fraying, because a vicious, divisive policy does not fit into a corona world. In the Corona crisis it became clear that those who want to set people against each other have nothing to contribute to real questions about the future. When things get serious, the destructive power that resides in populism becomes clear.


Politics in its primal sense as the formation of social responsibilities gave this crisis a new credibility, a new legitimacy. Precisely because it had to act "authoritatively", politics created trust in society. Science, too, has experienced an astonishing renaissance in the probation crisis. Virologists and epidemiologists became media stars, but also "futuristic" philosophers, sociologists, psychologists, anthropologists, who had previously been on the fringes of polarized debates, regained voice and weight.


Fake news, on the other hand, rapidly lost market value. Even conspiracy theories suddenly looked like slow sellers, although they were offered like sour beer.


A virus as an evolutionary accelerator

Deep crises also point to another basic principle of change: The trend-counter-trend synthesis.


The new world after corona - or better with corona - is emerging from the disruption of the megatrend connectivity. Politically and economically, this phenomenon is also called "globalization". However, the disruption of connectivity - through border closures, separations, sealing-off, quarantines - does not lead to the elimination of connections. Rather, it leads to a reorganization of the connectivities that hold our world together and carry it into the future. There is a phase shift in the socio-economic systems.


The coming world will again appreciate distance - and precisely because of this will make connectedness more qualitative. Autonomy and dependence, opening and closing, will be re-balanced. This can make the world more complex, but at the same time more stable. This transformation is largely a blind evolutionary process - because the one fails, the new, viable, prevails. This makes you dizzy at first, but then it proves its inner meaning: Sustainable is that which connects the paradoxes on a new level.


This process of complexation - not to be confused with complication - can also be consciously designed by people. Those who can do this, who speak the language of the coming complexity, will be the leaders of tomorrow. The becoming bearers of hope. The coming GRETAS.


"Through Corona we will adjust our entire attitude towards life - in the sense of our existence as living beings in the midst of other life forms."
 Slavo Zizek at the height of the corona crisis in mid-March


Every deep crisis leaves behind a story, a narrative that points far into the future. One of the strongest visions left behind by the coronavirus are the Italians playing music on the balconies. The second vision is sent to us by satellite images that suddenly show the industrial areas of China and Italy free of smog. In 2020, humanity's CO&sub2; emissions will fall for the first time. This fact will do something to us.


If the virus can do that - can we possibly do that? Maybe the virus was just a messenger from the future. Its drastic message is that human civilization has become too dense, too fast, too overheated. It's racing too fast in a direction where there is no future.


But it can reinvent itself.

System reset.
Cool down!
 Music on the balconies!

This is how the future works.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 01.01.2021 um 01:00 von: (Aktueller Stand vom 29.01.2026 um 11:24)
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